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Blanquette de Veau — französisches Kalbsragout in heller Sauce

Einer der großen Klassiker der französischen Hausmannskost: zartes Kalbfleisch, sanft pochiert (niemals angebraten) mit aromatischem Gemüse und dann in einer samtigen weißen Sauce serviert, die mit Sahne und Eigelb verfeinert und mit Zitrone aufgehellt wird, dazu Champignons und glasierte Perlzwiebeln. Die Blanquette de Veau ist elegant, wohltuend und blassgold – die ganze Kunst besteht darin, sie durch Pochieren statt Anbraten weiß zu halten und mit einer seidigen Liaison abzubinden. Reinste französische Sonntagsküche für die Seele.

Blanquette de Veau — französisches Kalbsragout in heller Sauce · French main course
Von Claire Dupont · France editor · Veröffentlicht 2026-06-03 · Aktualisiert 2026-06-03
Zum Rezept →
Vorber.
30 min
Kochen
120 min
Gesamt
150 min
Ergibt
6 servings
Schwierigkeit
Medium
#french#veal#braise#weekend#comfort-food
Kurze Antwort · Antwort in 30 Sekunden

Das Kalbfleisch (Schulter oder Brust) in kaltes Wasser geben, zum Sieden bringen und gut abschäumen, dann sanft pochieren – nicht anbräunen – mit einer mit Nelken gespickten Zwiebel, Karotte, Lauch und einem Bouquet garni, bis es zart ist. Abseihen und die Brühe auffangen. Aus Butter und Mehl eine weiße Mehlschwitze zubereiten, die Kalbsbrühe einrühren, bis eine glatte Velouté entsteht, und das Fleisch mit sautierten Champignons und glasierten Perlzwiebeln zugeben. Vom Herd genommen mit einer Liaison aus Sahne und Eigelb (nicht mehr kochen lassen) und einem Spritzer Zitrone vollenden. Über Reis servieren.

  • Weiß halten: das Kalbfleisch sanft pochieren und niemals anbräunen – diese blasse Farbe ist das Markenzeichen des Gerichts.
  • Aus der Kochbrühe eine Velouté aufbauen und diese vom Herd genommen mit einer Liaison aus Sahne und Eigelb verfeinern.
  • Nach Zugabe der Liaison nicht mehr kochen (sie würde gerinnen); zum Schluss mit Zitrone für Frische abrunden.

Equipment

  • Großer Topf
  • Stielkasserolle (für die Sauce)
  • Bratpfanne

Zutaten

Kalbfleisch & Pochieren

  • 1 kg Kalbsschulter/-brust, in Stücken
  • 1 mit Nelken gespickte Zwiebel; 1 Karotte; 1 Stange Lauch; Bouquet garni; Salz

Velouté & Einlage

  • 50 g Butter
  • 50 g Mehl
  • 250 g Champignons, sautiert
  • 200 g Perlzwiebeln, glasiert

Liaison

  • 150 ml Sahne
  • 2 Eigelb
  • Saft einer halben Zitrone

Zubereitung

  1. SCHRITT
    01

    Das Kalbfleisch in einen Topf geben, mit kaltem Wasser bedecken, zum Sieden bringen und den Schaum gründlich abschöpfen (so bleibt es sauber und weiß). Die mit Nelken gespickte Zwiebel, Karotte, Lauch, Bouquet garni und Salz zugeben und ganz sanft pochieren – NICHT anbräunen –, bis das Kalbfleisch zart ist, etwa 1,5 Stunden. Abseihen und dabei Brühe und Fleisch auffangen.

  2. SCHRITT
    02

    Die Butter schmelzen, das Mehl einrühren und 1–2 Minuten garen, ohne Farbe nehmen zu lassen (eine weiße Mehlschwitze). Nach und nach die abgeseihte Kalbsbrühe einrühren, sodass eine glatte, samtige Sauce entsteht; leicht köcheln lassen, damit sie sanft andickt.

  3. SCHRITT
    03

    Die Champignons sautieren (ohne sie stark bräunen zu lassen) und die Perlzwiebeln in etwas Butter und Wasser glasieren, bis sie zart und glänzend sind.

  4. SCHRITT
    04

    Das Kalbfleisch, die Champignons und die Perlzwiebeln zur Velouté geben und sanft durcherwärmen.

  5. SCHRITT
    05

    Die Sahne mit den Eigelben und etwas heißer Sauce verquirlen, um sie zu temperieren, dann abseits vom Kochen wieder in den Topf rühren – nicht mehr aufkochen lassen, sonst gerinnt sie. Einen Spritzer Zitrone zugeben, abschmecken und über Reis (oder mit Kartoffeln) servieren.

Make ahead

Das Kalbfleisch pochieren und die Velouté im Voraus zubereiten – beides lässt sich gut wieder erwärmen. Die Liaison aus Sahne und Ei erst am Ende, kurz vor dem Servieren, zugeben und sanft ohne Aufkochen erwärmen, denn genau das könnte beim Wiedererhitzen gerinnen. Die Basis einen Tag vorher zuzubereiten vertieft den Geschmack sogar; zum Servieren nur noch mit Liaison und Zitrone vollenden.

Storage

Hält sich 3 Tage im Kühlschrank; sehr sanft und ohne Aufkochen erwärmen, damit die Sauce aus Ei und Sahne nicht gerinnt. Über Nacht vertieft sich der Geschmack. Am besten friert man sie nicht ein, sobald die Liaison eingerührt ist (die Sauce kann sich trennen), doch das pochierte Kalbfleisch und die Brühe lassen sich gut einfrieren – die Sauce dann frisch fertigstellen. Mit frisch gekochtem Reis servieren.

Variations

Blanquette de volaille

Statt Kalb Hähnchen verwenden – für eine schnellere und günstigere Variante.

Nach alter Art (à l'ancienne)

Der Klassiker mit Champignons und Perlzwiebeln (diese Version) – 'à l'ancienne'.

Mit anderem Fleisch

Auch Lamm oder Schwein eignen sich für einen weißen Schmortopf nach Blanquette-Art.

Serve with

Gedämpfter weißer Reis (der Klassiker)Buttrige Tagliatelle oder SalzkartoffelnEin Glas Weißwein aus dem BurgundEin grüner Salat

Nutrition per serving

480 kcal 28 g fat 14 g carbs 42 g protein 4 g sugar 2 g fiber 560 mg sodium
Allergens: Milk, Egg, Gluten

Nutrition values are estimates based on the metric measurements. Adjust as needed.

Häufige Fragen

Warum ist die Blanquette de Veau weiß?

Das prägende Merkmal einer Blanquette ist, dass das Fleisch niemals angebräunt wird – es wird in Wasser/Brühe sanft pochiert statt scharf angebraten, sodass sowohl das Kalbfleisch als auch die Sauce blass bleiben. Die Sauce ist eine weiße Velouté (weiße Mehlschwitze plus Kochbrühe), verfeinert mit Sahne und Eigelb, keine braune Bratensauce. Gründliches Abschäumen während des Pochierens hält sie sauber und hell. 'Blanquette' kommt von 'blanc' (weiß).

Was ist eine Liaison und warum darf sie nicht kochen?

Eine Liaison ist eine Mischung aus Eigelb und Sahne, die zusammen verquirlt und am Ende in die Sauce gerührt wird, um sie zu verfeinern und zu einem seidigen, glänzenden Finish anzudicken. Entscheidend ist, dass die Sauce danach nicht mehr kochen darf – das Eigelb würde stocken und die Sauce gerinnen. Die Liaison zuerst mit etwas heißer Sauce temperieren, sie abseits vom Kochen einrühren und sanft erwärmen.

Welches Stück Kalbfleisch sollte ich verwenden?

Kalbsschulter, -brust oder andere gelatinereiche Stücke, die sich zum langsamen, sanften Garen eignen – sie werden in der Pochierflüssigkeit butterzart und ergeben eine kräftige Brühe. Magere Stücke wie Schnitzelfleisch (Escalope) meiden, da sie austrocknen würden. In gleichmäßige Stücke schneiden. Ist Kalbfleisch schwer zu bekommen oder teuer, gelingt mit Hähnchen nach derselben Methode eine ausgezeichnete Blanquette de volaille.

Kann ich statt Kalb Hähnchen verwenden?

Ja – die Blanquette de volaille (mit Hähnchen) ist eine beliebte, schnellere und günstigere Variante nach genau derselben Technik: das Hähnchen sanft pochieren, ohne es anzubräunen, aus der Brühe eine Velouté machen, Champignons und Perlzwiebeln zugeben und mit der Liaison aus Sahne und Ei sowie Zitrone vollenden. Eine großartige Möglichkeit, das Gericht zu genießen, wenn kein Kalbfleisch zur Hand ist.

Was serviert man zur Blanquette de Veau?

Klassisch schlichten gedämpften weißen Reis, der die samtige Sauce wunderbar aufnimmt. Auch Butternudeln (Tagliatelle), Salz- oder Dampfkartoffeln passen gut. Ein einfacher grüner Salat dazu gleicht die Fülle aus. Es ist ein wohltuendes, elegantes Hauptgericht, das nur eine schlichte Sättigungsbeilage braucht, damit das cremige Kalbfleisch und die Sauce zur Geltung kommen.

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